Wenn es ums Energiesparen geht,
dann lohnt der Blick über den Tellerrand und über Betriebsgrenzen
hinweg. Wo Gärtnereien schon beim Einkauf und in der Vermarktung
zusammen arbeiten, kann auch eine Kooperation auf energietechnischer
Ebene wesentliche Vorteile und Einsparungen bringen. Im Rahmen des
„Forschungsverbundes Energieeffiziente Technologien und
Anwendungen“ entwickelten Wissenschaftler der Hochschule
Weihenstephan Triesdorf gemeinsam mit den Unternehmen Seidl GbR
und K&K Pflanzen GmbH & Co. KG sowie den Firmen Schell
GmbH und RAM
GmbH Mess- und Regeltechnik einen innovativen Wärmeverbund
zwischen zwei großen Unterglasgärtnereien in der Gärtnersiedlung
Rain am Lech.
Die beiden Betriebsleiter Josef
Seidl und Ron Kuiper nahmen das Risiko auf sich, als
Versuchskaninchen für die Pilotanlage zu fungieren, nachdem sie
ihre Ideen von Wissenschaftlern der Hochschule weiter entwickeln und
das Einsparpotenzial berechnen lassen konnten. Die durch den Wärmeverbund
möglichen Einsparungen von bis zu eine Gigawattstunde Gas-Wärme überzeugten.
Doch schont der Wärmeverbund nicht nur den Geldbeutel, sondern
entlastet auch die Umwelt: Eine jährliche CO2 -Einsparung von 290
Tonnen steht zu erwarten – umgerechnet sind das 1,8 Millionen
Auto-Kilometer.
Was in Rain am Lech möglich
ist, lässt sich auch auf andere Standorte übertragen, denn
mit zwei beieinander liegenden Gärtnereien befinden sich immer auch
zwei große Wärmeerzeuger und Wärmeverbraucher auf engstem Raum.
Warum also nicht einmal die Heizlastverläufe der Betriebe
vergleichen? Vielleicht lassen sich ja Lastspitzen des einen
Betriebes mit der zu groß ausgelegten Grundlast des anderen
Betriebes decken. Vielleicht sind die Lastspitzen der beiden
Betriebe auch vollkommen verschoben, so dass rechnerisch eine
Heizungsanlage für beide ausreichen würde. In allen diesen Fällen
macht es Sinn, einen Wärmeverbund in Erwägung zu ziehen.
Zukunftsorientiert fand die Jury
an diesem Modell den Kooperationsgedanke, die Übertragbarkeit und
die Zusammenarbeit mit der Forschung.